Am gestrigen Sonntag stand zu ungewohnter Zeit um 13 Uhr das letzte Saisonspiel in der Badenliga für den TTV Auggen an. Nach einer auf ganzer Linie enttäuschend verlaufender Saison stand der Abstieg bereits schon seit einigen Wochen fest. Durch Verletzungen und der Rückreise von Carlos musste der TTV in den letzten Spielen immer mit nur drei Stammkräften auskommen, was die ohnehin schon düsteren Kräfteverhältnisse noch stärker hervorhob.

Gegen Hohberg wollten die Jungs nochmal alles geben und den Zuschauern ein letztes Mal hochklassiges Badenliga-Tischtennis bieten. Ebenso stand das Spiel auch im Zeichen des Abschieds von Patryk Lauth, der jahrelang das Bild der ersten Herrenmannschaft prägte und den Verein während dessen Aufstiegs von der Bezirksliga bi in die Badenliga begleitete. Er wird zu seinem Heimatverein zurück kehren. Auf diesem wünschen wir schon einmal alles Gute und viel Erfolg bei den neuen Herausforderungen!

Doch nun zum Spiel: In den Doppeln startete der TTV leider ohne Erfolgserlebnis: das Auggener Spitzendoppel Kern/Lauth unterlagen Zeimys/Huck mit 1:3. Parallel spielten Baumgartner/Schwald aber eine starke Partie gegen Neumaier/Becker, verpassten trotz Satzbällen aber knapp den Entscheidungssatz und unterlagen ebenfalls 1:3. Das Dreierdoppel Glaser/Prinzbach unterlag gegen Gühr/Spitz mit 0:3.

In den Einzeln zeigte Tobias Kern gleich einmal seine ganze Klasse. Gegen Neumaier, eines der Toptalente auf nationaler Ebene, kam er immer besser ins Spiel und siegt unter grossem Jubel der Auggener Fans mit 3:1. Somit konnte er sich für die knappe 2:3-Niederlage der Hinrunde revanchieren. Peter Baumgartner war gegen Hohbergs Spitzenspieler Zeimys zwar eigentlich chancenlos, konnte sich jedoch aufgrund dessen Nachlässigkeiten einen Satz klauen. In seinem Abschiedsspiel konnte Patryk Lauth gegen Gühr das Siel zwar offen gestalten, leider jedoch nichts zählbares verbuchen, ebenso wie Glaser gegen Becker. Im hinteren Paarkreuz schrammte Julian Schwald knapp an seinem ersten Badenliga-Sieg vorbei. Gegen Hohbergs Ersatzmann Huck steigerte sich Julian von Satz zu Satz, am Ende fehlte im Entscheidungssatz aber auch ein wenig das Quäntchen Glück zum Sieg. Joachim Prinzbach spielte in seinem Match gegen Spitz überraschend stark auf. Auch wenn es am Ende nicht für einen Satzgewinn reichte, überraschte er seinen Gegner immer wieder mit starken Bällen.

Mit 1:8 ging es nun in den zweiten Durchgang, bei dem Tobi und Peter zeitgleich starteten. Während Peter gegen Neumaier zwar eine gute Leistung bot, 200 TTR-Punkte jedoch eine zu grosse Leistungsdifferenz waren, ging die Partie am Ende 0:3 verloren, die Niederlage war also fix. Doch was am Nebentisch Tobias Kern nochmals ablieferte war überragend. Gegen Zeimys, der mit über 2.150 TTR-Punkten und einer Bilanz von 27:3 einer der absoluten Top-Akteure der Liga ist, spielte Tobi enorm clever und gleichzeitig auch effektiv und nutzte nahezu jede sich bietende Chance. Zeimys, der lediglich über seinen starken Aufschlag und die knallharte Rückhand ins Spiel fand, hatte mit solch einem Auftritt seines Gegners wohl nicht gerechnet. Der Höhepunkt der Partie war der Entscheidungssatz. Nach starkem Beginn von Tobi kam Zeimys wieder heran und nach zwei vergebenen Chancen stand es plötzlich 9:9 und der pessimistische Zuschauer wird gedacht haben „hier setzt sich am Ende nun doch der Favorit durch“. Doch weit gefehlt: in einem atemberaubenden Ballwechsel zauberte Tobi einen Punkt aus der Tasche, der das komplette Publikum ausflippen liess. Am Ende nutzte er dann seinen zweiten Matchball zum Sieg…zwar mit einem Kantenball, aber letztendlich auch belohnt mit dem „Glück des Tüchtigen“.

Mit diesem überragenden Spiel fand die bittere Saison doch noch einen versöhnlichen Abschluss und alle Beteiligten fühlten sich trotz der 2:9-Niederlage irgendwie als Sieger dieser Partie.

In diesem Sinne möchte sie dich Mannschaft nochmals recht herzlich für die zahlreiche Unterstützung während der gesamten Runde bedanken. Sowohl bei denen, die die Heimspiele besuchten und das Team anfeuerten, als auch bei denen, die regelmässig für die Bewirtung gesorgt haben. Und zu guter Letzt bei allen, die mit ihrem Einsatz und teils auch langen Auswärtsfahrten unsere Personallücken gefüllt haben, sodass wir jede Partie vollständig antreten konnten.